Die Huberbuam sind dafür bekannt, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Nach Projekten wie „Expedition Antarctica“ und „Am Limit“ erzählen uns die Huberbuam welche Ideen sie für die Zukunft haben, vom Platz der Huberbuam in der konkurrierenden Bergsteigerwelt und vom aktuellen Projekt „Karma“.

gillout.com: Alex, noch vor zwei Jahren haben Du und Dein Bruder Thomas eine Expedition nach Pakistan für diesen Sommer angekündigt. Jetzt wurde aus Pakistan Österreich: die Sonnwand an der Loferer Alm, nur etwa 45 Minuten Autofahrt von Euch zu Hause entfernt. Zieht es Dich nicht mehr in die Ferne?
Alex: Doch, doch. Das Projekt Pakistan steht nach wie vor auf unserer Agenda. Aber wir reagieren oft sehr spontan. Nun haben wir an der Sonnwand ein Projekt gefunden, das so genial ist, dass wir alle Pläne über den Haufen geworfen haben. Diese Wand konnte nicht warten. Es gibt dort einfach sensationelle Routen. Die Lage, die Umgebung, der Fels – es ist perfekt.
gillout.com: Deine kleine Tochter ist also nicht der Grund, dass Du lieber die Herausforderungen in der näheren Umgebung suchst?
Alex:Ich bin zwar Papa, aber auch immer noch Bergsteiger und Kletterer. Die Entscheidung für ein Projekt in den Tiroler Alpen ist also rein sportlich.
gillout.com:Im August 2010 bist Du mit Thomas die Route „Stoamanndl“ rotpunkt geklettert. Was steht nun an?

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Alex:Unser Ziel ist die Rotpunktbegehung der Route „Karma“. Wir haben die Route im letzten Herbst noch erstbegangen, jetzt wollen wir sie frei klettern. Und das wird wirklich schwer: sieben Seillängen, zwei davon im zehnten, zwei im elften Grad.
gillout.com:Wie seid Ihr auf den Namen gekommen?
Alex:Wir definieren uns über das, was wir machen. Unser Karma, also unser Handeln, ist das Klettern. Und wir freuen uns auf diese Aufgabe, der wir uns gestellt haben.
gillout.com:Ein Filmteam des ZDF begleitet Euch während Eurer Vorbereitungen und der Begehung. Mit welcher Art von Film können die Kletterfans rechnen und wann?
Alex:Es wird eine Dokumentation, die originär in 3D gefilmt wird. Das heißt, die Szenen werden mit zwei Kameras aufgenommen. Das ist beeindruckend. Ich glaube, das bringt den Sportfilm auf eine neue Ebene. Voraussichtlich wird er am 03. Oktober im ZDF ausgestrahlt.
gillout.com:Du hast einmal gesagt, es werde immer schwieriger, im alpinen Bereich Pionierleistungen zu vollbringen, weil die Leistungsdichte an der Spitze so eng geworden sei. Wo sehen die Huberbuam langfristig ihren Platz in der großen Bergsteiger- und Kletterkonkurrenz?
Alex:Ganz klar im hochalpinen Bereich. Dort geht es nicht so dominant um Kraft wie beim Sportklettern. Dort entscheiden mehr die richtige Taktik und Erfahrung über den Erfolg einer Unternehmung. Es ist für uns ein großes Geschenk, dass wir so vielseitig aktiv sein dürfen: Wir haben die Möglichkeit, das Klettern mit hochalpinen Touren zu verbinden.

gillout.com: Beim Sportklettern kannst Du heute wohl nicht mehr mit den Besten der Welt mithalten.
Alex:Auf keinen Fall. Ich bin mit meinen 42 Jahren längst an meiner Grenze angekommen. Beim Sportklettern war ich von 1992 bis 1996 an der Weltspitze – und das bin ich seit dieser Zeit nicht mehr. Thomas und ich haben unser Interesse sportlich damals auf die großen Wände verlegt. In den Alpen, im Yosemite, im Himalaya, im Karakorum, in Patagonien oder in der Antarktis – es ist schön, wenn man in so verschiedenen Regionen unserer Erde aktiv sein kann. Und auch in der Zukunft warten auf uns noch einige hohe Wände wie die Route „Eternal Flame“ am Nameless Tower in Pakistan auf über 6.000 Meter Höhe, die wir 2009 erstmals rotpunkt klettern konnten.
gillout.com:Also doch wieder nach Pakistan?
Alex:Wie gesagt: Das Projekt haben wir im Kopf, aber zu dem wird noch nichts Genaueres verraten. Es wird wohl 2013. Für 2012 haben wir bereits etwas anderes Großartiges geplant. Aber wenn ich sehe, wie oft wir bereits Pläne kurzfristig über den Haufen geworfen haben, dann ziehe ich es vor, immer erst dann davon zu erzählen, wenn’s soweit ist.
gillout.com:Wir werden sehen. Danke Alex.
Alex:Rock on.

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